Stilleben mit Huhn
Das Bild hab ich nicht hier eingestellt, weil es vom Format her etwas ungünstig ist. Die momentane Breite meines Blogs ist dafür zu schmal, ich müßte es so verkleinern, daß das letztlich auch witzlos wäre, weil nichts mehr zu erkennen ist. Es ist also unter folgendem Link zu sehen:
Stilleben mit Huhn
Dieses Bild war ein Weihnachtsgeschenk, und die Idee dafür kam mir recht kurzfristig, nämlich genau eine Woche vor Heilig Abend.
Seit einem Jahr habe ich dieses merkwürdige Bildformat hier herumstehen. Ich habe oft Leinenreste, und im Gegensatz zu einigen Künstlern, die ich so kenne, die sowas einfach weghauen, bin ich wohl doch eher sparsam gepolt und messe ab, wie groß die Keilrahmleisten sein müssen, um daraus noch ein Bild zu machen. Aber ich muß zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar im Kopf gewesen sein, denn normalerweise hätte ich das Leinen ansonsten noch einmal geteilt, anstatt die ungünstige Form 28 x 78 cm zusammenzubauen. Aber es war sogar schon von mir grundiert, und ich hatte wenig Lust, daran noch was zu ändern. Also stand es Monat für Monat hier herum und ärgerte mich. Aber letztlich hat alles irgendwo seinen Sinn (zumindest tut es das ziemlich oft), und mir fiel genau das passende Motiv dafür ein. Es hat wohl einfach nur darauf gewartet, daß ich das auch endlich sehe. Es macht sich hervorragend als Supraporte, das Format ist dafür wie geschaffen.
Ich mag neben Portraits ja sehr gern Gegenstände. Sie sind so langmütig und lassen sich in alle möglichen Situationen abbilden. Surreal oder einfach nur simpel in ihrer Daseinsform. Gegenstände (und eben auch Obst und Gemüse und manchmal auch ein Huhn, was natürlich keine Gegenstände sind, sich aber gut mit ihnen kombinieren lassen) werden tagtäglich benutzt, an ihnen ist nicht unbedingt etwas Besonderes, weil ihnen von uns aus nichts Besonderes zugestanden wird. Sie sind meist einfach da, und erst wenn wir sie nicht zur Hand haben, wird uns bewußt, wie wichtig sie in unserem Leben sind. Dazu sind sie auch noch ungemein vielseitig, und man kann sie bildlich in alle möglichen und unmöglichen Situationen bringen, ohne daß sie einem böse sind. Im Gegenteil, sie genießen diese Aufmerksamkeit sogar noch.
Ja, ich mag Gegenstände. Sie üben eine ungeahnte Faszination auf mich aus. Und oft spiele ich einfach ein wenig mit ihnen herum, kombiniere sie, lege sie wieder weg. Und da kann es passieren, daß sie auf einmal ein Bild ergeben, sogar noch Vorschläge unterbreiten, was gut passen würde. Dann werden solche Bilder geboren.
Ich mochte auch schon immer Stilleben. Neben meiner vielen Urlaube von frühester Kindheit an habe ich nämlich nicht nur Mumien, Skelette, Beinhäuser und mit Wachs überzogene Märtyrer heimgesucht, sondern bin auch in vielen, vielen Schlössern, Burgen, Klöstern und Museen gewesen, die ihre Schätze vor mir ausbreiteten. Ich hätte auch mit 5 Jahren meinen Eltern nie verziehen, wenn sie mich bei einem Museumsbesuch in einer Art Kinderaufbewahrung abgegeben hätten, in der ich hätte spielen sollen, während meine Eltern sich spannende Dinge anschauen. Sowas gab es damals glücklicherweise nicht - zumindest nicht in der DDR oder CSSR, Kinder kamen eben einfach mit. Also hab ich u.a. viele holländische Stilleben bestaunt, die ich mit ihren dunklen Hintergründen immer ganz besonders fand. Und diese Fülle, die sich darauf darbot, hat meine Phantasie angeregt. Das Einfache, Normale und Unaufgeregte hat mir auch damals schon ganz andere Welten eröffnet, die einen Blick hinter die vordergründige Einfachheit von Dingen gewährte, wo es gar nicht mehr so simpel zuging.
Das habe ich mir bewahrt, und ich nutze es gern.
:-)
Stilleben mit Huhn
Dieses Bild war ein Weihnachtsgeschenk, und die Idee dafür kam mir recht kurzfristig, nämlich genau eine Woche vor Heilig Abend.
Seit einem Jahr habe ich dieses merkwürdige Bildformat hier herumstehen. Ich habe oft Leinenreste, und im Gegensatz zu einigen Künstlern, die ich so kenne, die sowas einfach weghauen, bin ich wohl doch eher sparsam gepolt und messe ab, wie groß die Keilrahmleisten sein müssen, um daraus noch ein Bild zu machen. Aber ich muß zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar im Kopf gewesen sein, denn normalerweise hätte ich das Leinen ansonsten noch einmal geteilt, anstatt die ungünstige Form 28 x 78 cm zusammenzubauen. Aber es war sogar schon von mir grundiert, und ich hatte wenig Lust, daran noch was zu ändern. Also stand es Monat für Monat hier herum und ärgerte mich. Aber letztlich hat alles irgendwo seinen Sinn (zumindest tut es das ziemlich oft), und mir fiel genau das passende Motiv dafür ein. Es hat wohl einfach nur darauf gewartet, daß ich das auch endlich sehe. Es macht sich hervorragend als Supraporte, das Format ist dafür wie geschaffen.
Ich mag neben Portraits ja sehr gern Gegenstände. Sie sind so langmütig und lassen sich in alle möglichen Situationen abbilden. Surreal oder einfach nur simpel in ihrer Daseinsform. Gegenstände (und eben auch Obst und Gemüse und manchmal auch ein Huhn, was natürlich keine Gegenstände sind, sich aber gut mit ihnen kombinieren lassen) werden tagtäglich benutzt, an ihnen ist nicht unbedingt etwas Besonderes, weil ihnen von uns aus nichts Besonderes zugestanden wird. Sie sind meist einfach da, und erst wenn wir sie nicht zur Hand haben, wird uns bewußt, wie wichtig sie in unserem Leben sind. Dazu sind sie auch noch ungemein vielseitig, und man kann sie bildlich in alle möglichen und unmöglichen Situationen bringen, ohne daß sie einem böse sind. Im Gegenteil, sie genießen diese Aufmerksamkeit sogar noch.
Ja, ich mag Gegenstände. Sie üben eine ungeahnte Faszination auf mich aus. Und oft spiele ich einfach ein wenig mit ihnen herum, kombiniere sie, lege sie wieder weg. Und da kann es passieren, daß sie auf einmal ein Bild ergeben, sogar noch Vorschläge unterbreiten, was gut passen würde. Dann werden solche Bilder geboren.
Ich mochte auch schon immer Stilleben. Neben meiner vielen Urlaube von frühester Kindheit an habe ich nämlich nicht nur Mumien, Skelette, Beinhäuser und mit Wachs überzogene Märtyrer heimgesucht, sondern bin auch in vielen, vielen Schlössern, Burgen, Klöstern und Museen gewesen, die ihre Schätze vor mir ausbreiteten. Ich hätte auch mit 5 Jahren meinen Eltern nie verziehen, wenn sie mich bei einem Museumsbesuch in einer Art Kinderaufbewahrung abgegeben hätten, in der ich hätte spielen sollen, während meine Eltern sich spannende Dinge anschauen. Sowas gab es damals glücklicherweise nicht - zumindest nicht in der DDR oder CSSR, Kinder kamen eben einfach mit. Also hab ich u.a. viele holländische Stilleben bestaunt, die ich mit ihren dunklen Hintergründen immer ganz besonders fand. Und diese Fülle, die sich darauf darbot, hat meine Phantasie angeregt. Das Einfache, Normale und Unaufgeregte hat mir auch damals schon ganz andere Welten eröffnet, die einen Blick hinter die vordergründige Einfachheit von Dingen gewährte, wo es gar nicht mehr so simpel zuging.
Das habe ich mir bewahrt, und ich nutze es gern.
:-)
Lu Ping - 28. Dez, 18:07