Und gleich eins hinterher ...

Stilleben mit Eule
34 x 40 cm
Öl auf Leinen
2013
Die Fotoqualität ist jetzt nicht so dolle. Es ist genauso groß wie das vorhergehende Stilleben, nur eben Querformat. Es wollte sich nicht gern fotografieren lassen, ist vielleicht etwas scheu. Gut, es beinhaltet auch einige Nachtwesen, die soviel Aufmerksamkeit nicht abkönnen. Dunkel ist es dazu, und durch die Rotkontraste ist das nicht so einfach. Auf der Webseite ist es auch nochmal größer zu sehen.
Ich hab das Stilleben noch etwas unklassischer gemacht. Kein zerknülltes Handtuch oder eine faltige Tischdecke, nichts Eßbares. Diesmal nur Dinge. Na ja, stimmt auch nicht ganz. Der Falter ist kein Ding, und die Ente war es auch nicht. Einst. Ist aber lange her. Ist meine Hausente. Nicht, weil ich sie kannte, sondern weil ich sie mal zwischen "Sauerkrautplatten" auf dem Dachboden gefunden habe, als die abgebaut wurden. Seitdem lebt sie in meinem Atelier und fühlt sich dort sehr wohl. Ich habe sie echt gern. Und Zia hat auch was zu gucken, weil das ... *atemlose Stille* ... KNOCHEN sind *gggg*
Den Namen des Falters habe ich gerade vergessen. Das ist schändlich von mir, aber ich habe jetzt keine Lust aufzustehen und einmal längs durchs Haus zu latschen, um in meinem Falterlexikon zu blättern (hingebungsvoll und voller Ahs und Ohs ob der Schönheiten darin). Er ist dem Fledermausfalter allerdings ähnlich, und ich habe es gerade sowieso mit Schmetterlingen, weswegen er dringend aus dem Bild flattern mußte.
Die Eule steht auch schön ewig im Atelier. Die habe ich mal vor 12/13 Jahren in einem Laden gefunden, und ich konnte einfach nicht dran vorbeigehen. Sie rief immer meinen Namen.
Und der Rest befindet sich ebenfalls in meinem Besitz. Also Buch und Zwinge. Ich fand sie so hübsch dekorativ wie den Käse im Stilleben davor.
Es werden sich jetzt viele fragen, was ich eigentlich alles im Atelier rumstehen habe. Hahaaaaa ... viel! Noch viel mehr. Das reichte für Dutzende von Stilleben und wieder von vorn. Kein Nippes, einfach nur interessante Gegenstände, die mal ihren Weg zu mir gefunden habe. Angeschwemmt und bei mir gestrandet.
:-)
Lu Ping - 31. Mai, 00:29
Jedenfalls ist dieser Entenschädel wirklich allerliebst, - so filigran und vollständig.
Dieses Buch von C.G. Jung ist ja ein echter Schatz. ich habe gerade mal recherchiert, und gelesen, daß der darin seine privatesten Geheimnisse festgehalten hat und gar nicht wollte daß es veröffentlich wird, - daher ist die Schraubzwinge gar nicht so weit hergeholt ;-) Das Buch ist ja auch richtig wertvoll, - also nicht nur inhaltlich, - also gratuliere, daß Du sowas Dein Eigen nennen darfst. (zumal ich ja um die Bedeutung von Träumen für Deine Bilder weiß ;-) )
Das Falterchen lass ich mal Falterchen sein. *Streber-Gen-off* Assoziativ (weil wir gerade bei Jung und Psychologie sind) ist es für mich ein "Eulenfalter" (wegen der Eule selbstverständlich). Biologisch ist das bestimmt ganz falsch, - egal, ich guck jetzt auch nicht nach :-D.
P.S. Ich mag diese Stilleben von Dir. Die regen so sehr die Phantasie an. :-)))
Der liebe Herr Benecke hat, glaube ich, auch eher so andere Ansätze. Er mag eben Maden, hehe. Aber ich würde auch nicht sagen, daß Knochen spurentechnisch uninteressant sind. Aus ihnen kann man auch eine ganze Menge herauslesen. Stell Dir mal Zwillinge vor. Die haben die gleiche DNS, so daß man Unterschiede u.U. aus den Knochen herauslesen könnte (Krankheiten z.B.).
Und ich habe soeben in meinem klugen Schmetterlingsbuch nachgeschaut. Es ist ein mittlerer Weinschwärmer. Ich habe ihn etwas röter dargestellt, als er in Wirklichkeit ist. Aber das paßte so zu diesem Buch, weshalb er einfach intensiver werden mußte.
Bei dem Buch bin ich jedenfalls auch glücklich, daß ich es habe. Hab ich zu Weihnachten bekommen und war völlig von den Socken. Es ist ja nicht gerade billig. Außerdem dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn, es handele sich um ein normal großes Buch. Weit gefehlt. Das ist ein riesiger, dicker Wälzer, den man nicht mal eben in seine Tasche steckt und im Zug liest *ggg* Es sei denn, ich habe mein stabiles Lesepult bei mir. Dann ginge das auch. So entstand jedenfalls die Idee, dieses Buch als ... Grundlage ins Bild zu nehmen. Anstatt einer schnöden Tischdecke. Groß genug ist es dafür. Ich hab dann Entchen und Eule drauf drapiert und etwas umhergeschoben, bis ich zufrieden war. Die Zwinge habe ich aber nicht rangeschraubt, das habe ich so einfach fabriziert. Und ich habe gefühlte hundertmal C.G. Jung und Das rote Buch geschrieben, weil ich die Buchstaben bei jeder Lasur neu herausheben mußte. Na, das war auch wieder eine "super Idee" von mir - dachte ich so beim Malen. Aber im Nachhinein hat es sich gelohnt, hihi.
Es ist sehr schön bebildert, Jung war da ziemlich fleißig, und ich habe auch schon einige interessante Stellen gelesen. Aber bis ich das mal durch habe, vergehen sicher Jahre. Ich lese ja noch anderes zur Entspannung, nech. Jedenfalls finde ich Deine Interpretation der Schraubzwinge superspannend. Warum bin ich nicht darauf gekommen? War wahrscheinlich mein großes Unbewußtes *ggg*
Ich plane übrigens gerade mein nächstes Stilleben XD
Was Du über die Merkmale sagst ist natürlich genau richtig. Das lese ich auch in meinen diversen Fachbüchern, die ich zur Zeit wälze (der Fernleih-Service meiner neuen Bibliothek des Vertrauens ist wirklich super! :-)
Oberstes Ziel der meisten Untersuchungen an Knochen ist ja die Identifizierung, weil die der Schlüssel zur Aufklärung des Geschehens ist.
Und da spielen so individuelle Merkmale, die aus Lebensgewohnheiten resultieren eine große Rolle, als Teile in einem Puzzle, was letztlich (im optimalen Fall) zu einem brauchbaren Gesamtbild führt.
Zum Beispiel habe ich von einem Fall in Nord-Amerika gelesen, wo anhand in bestimmter Weise ausgeprägter Strukturen an einem Unterkiefer die Vermutung berechtigt schien, daß die Person über einen langen Zeitraum ein Blasinstrument gespielt haben könnte. Zusammengenommen mit vielen anderen Informationen über Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Konstitutuion und noch einigen anderen Umständen, konnten die Überreste tatsächlich einer jungen Frau zugeordnet werden, die von Kindesbeinen an Klarinette gespielt hatte.
Mir war das früher auch nicht so bewußt, daß unser Skelett durchaus kein starres Gebilde ist, sondern, je nach Art der Beanspruchung im Laufe des Lebens sehr veränderlich ist. Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle, aber gerade weil die Lebensbedingungen einen so großen Einfluß haben ist die Ausformung des Skeletts so variabel (weshalb die exakte Altersschätzung am Skelett eines Erwachsenen Menschen auch gar nicht so einfach ist)
Gerade eineiige Zwillinge sind ja immer wieder im Focus von Forschern, wenn es darum geht herauszufinden, welche Merklmale eher genetisch und welche umweltbedingt sind. Hab die lebenden Beispiele quasi immer vor Augen ;-). Die beiden gegenüberliegenden Nachbarhäuser werden von eineiigen Zwillingsschwestern bewohnt. Am Anfang hatte ich Mühe die zu unterscheiden, aber inzwischen sehe ich, daß die nicht nur charakterlich, sondern auch äußerlich deutlich verschieden sind. Da hat das Leben ganz unterschiedliche Spuren hinterlassen.
(Ich schweife schon wieder ab)
Den Schriftzug auf dem Buch genau hinzukriegen, ohne, daß er von der eigenen Handschrift beeinflußt wird, stelle ich mir unglaublich schwierig vor. Ich könnte das nie im Leben. Aber ich kann ja auch nicht malen ;-))).
in schon gespannt aufs nächste Stil (l)leben. (Wie war das jetzte? Mit zwei oder drei "l"...? :-o9 *schon ganz durcheinander ist*