Die Bretzeln werden weitergebacken ...
Altsteirer
30 x 30 cm
Öl auf Leinen
2016
Hier habe ich mal eine Altsteirerhenne verewigt. Ich habe ja am zweiten Maiwochenende wieder offenes Atelier. Bzw. bin ich in einer Kunstscheune bei Bekannten, und es ist auch nicht wirklich offenes Atelier, sondern nennt sich Sommergalerie. Im Juni kommt noch jemand dazu, und das ganze hängt bis September. Aber es wird am selben Wochenende eröffnet, denn offenes Atelier mache ich nicht mehr. Zuviel Aufwand für lau ist nicht meine Welt.
Jedenfalls wollte ich noch ein Hühnchenbild haben, und es kommt sicher noch das Portrait eines Hahns hinzu. Da aber wirklich Portrait, damit man dem schmucken Burschen besser in die Augen blicken kann ;-) Ich habe ja einige Hühnerliebhaber in meiner Bekanntschaft, also hat sich das förmlich angeboten. Ich mag Hühner ja ebenfalls erstaunlich gern (erstaunlich deshalb, weil ich das vorher nie gedacht hätte - so daunig und dazu Persönlichkeiten, die jede Hollywooddiva in den Schatten stellen), und somit haben wir alle was davon. *ggg*
:-)
Lu Ping - 23. Apr, 17:26
Die Frisuren sind bei den Altsteierern wirklich einmalig. Seitdem Du Hühner hast und wir uns schon soviel darüber unterhalten haben, gucke ich mir die Hühner hier viel genauer an. Ich habe zum Beispiel immer nach dem "Ohrenfleck" Ausschau gehalten, der anzeigt, welche Farbe die Eier haben. Das ist wie überall. Wenn man sich einem Thema mal nähert fällt einem plötzlich auf, wie groß die Vielfalt ist. Früher waren für mich alle Hühner gleich. Das hat sich durch Dich geändert.
Mir fällt auf, dass auf Deinen Hühnerbildern oft Zwirnsfäden auftauchen. Das ist bestimmt kein Zufall, oder?
Ja, man schaut genauer hin, wenn einem das Federvieh vor die Nase kommt. Die sind auch total faszinierend, auch wenn man sich, so man das Glück hat, nahe genug heranzukommen, die Schnabel-Gesichts-Partie anguckt. Die haben was saurierartiges und können ihre Vorfahren nicht abstreiten ...
Die Sache mit dem Ohrenfleck war mir früher ebenfalls nie bewußt gewesen. Es soll zwar auch die berühmten Ausnahmen geben, aber im Großen und Ganzen kann man sich darauf verlassen.
Und die Zwirnsfäden ... hach ja *ggg* ... die ziehen sich sogar durch noch viel mehr Bilder. Meist sogar in Rot, denn es sollte immer einen roten Faden geben, dem man folgt XD Ich kann nichts dagegen tun, ab und zu drängen sie sich einfach auf. Die gehören zu meiner Lieblingssymbolik und sind in der Interpretation so vielseitig einsetzbar.
Im Original wirkt das Bild noch wärmer mit einem schönen, dezenten Gelbton, den ich drüber gelegt habe. Fast ein wenig altertümlich. Der kommt hier leider nicht so raus.
Das Bild habe ich gerade heute auch schon wieder verkauft. Ich habe meine Bilder aufgehängt (nächste Woche hab ich ne Ausstellung, die zum offenen Atelier beginnt), und ehe ich´s mich versah, hat es sich die Hausherrin auch schon unter den Nagel gerissen. Ich sollte mehr Hühner malen *ggg*
Deine kleinen Drachen sind demnach richtige Glücksbringer für Dich.
Das schöne am roten Faden ist, dass er keinesweg geradlinig verlaufen muss (und das meistens auch nicht tut) und so Bereiche verbindet, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. :-)
Kleine Drachen trifft es gut. Diese Kreaturen! Die sind genauso wenig geradlinig wie rote Fäden, und deshalb kommen sie immer geradlinig ans Ziel, so abstrus das klingen mag. Rote Fäden haben ja in der Tat die Eigenschaft, sich scheinbar sinnlos durch diverse Wegbiegungen zu winden. Das macht sie ja so interessant. So lange man ihnen folgt, kann man sich dazu auch gar nicht verlaufen. Ist doch großartig, oder?
Ich hatte mal vor zig Jahren einen Traum. Da ging es gerade aus schnurstracks zum Ziel. Aber eine nette Dame, die sozusagen das Fest, auf dem ich war, leitete, hakte mich unter und meinte zu mir, warum immer geradeaus gehen, wenn es jenseits davon soviele interessante Dinge zu entdecken gibt. Und schon war ich mit ihr nach links abgebogen und sah in der Tat hinter einen Ballustrade einen in Nebel getauchten See. Sehr geheimnisvoll. Als ich aufwachte, ärgerte ich mich dennoch ein wenig, weil ich irgendwie nie geradeaus aufs Ziel zusteuere, sondern immer links und rechts versumpfe. Zwar mit sehr interessanten Dingen gespickte Wege, aber das eine oder andere mal wünschte ich mir dann doch einen etwas ... äh ... direkteren Weg *ggg*
Obwohl es übrigens im Augenblick von aussen so aussieht, dass ich wahsinnig gerade auf mein Ziel zusteuere, folge ich in Wirklichkeit dem roten Faden. Ich habe das Ziel vor Augen aber der Weg dahin ist keine gerade Straße sondern eine Abfolge einzelner Schritte von denen einer auf den nächsten folgt und ich oft erst unmittelbar nachdem letzten Schritt, den nächsten erkennen kann. Da brauch man manchmal auch ganzschön Nerven für, vor allem wenn man so ungeduldig ist wie ich. ;-)
Es ist von außen sowieso meist schlecht zu sehen, wie ein Mensch da tickt. Oder ein Hund. Das ist schön beschrieben, denn dieses anscheinend wirre Umherschnüffeln habe ich ebenfalls als absolute Zielstrebigkeit kennengelernt, die einfach für uns als Mensch nicht faßbar ist, weil es da natürlich vorausgesetzte Wahrnehmungen betrifft. Ein Hund landet immer da, wo er hin will, ob es den Menschen gefällt oder nicht *gggg* Absolute Manipulation ihrer Menschen durch eine gewisse Form des Einlullens und des scheinbaren Desinteresses an einem geraden Weg, um im richtigen Moment genau dort zu sein, wo Hund sein möchte. Hat mich schon immer fasziniert.
Von Hunden lernen ... damit hatte ich interessanterweise recht oft gewisse Erfolge. Es ist ja somit so, daß das Ziel erfaßt wird, aber der Weg dorthin hat eine gewisse Offenheit, so daß wichtige und interessante Dinge durchaus mitgenommen werden können, als wenn man sich wildschweingleich eine gerade Spur zum Ziel rüsselt, bei der die Wegränder so hoch sind, daß man nicht drüber hinweggucken kann. Denn gerade die Seitenstränge ermöglichen oft erst den Weg zu diesem anvisierten Punkt.
Ich hoffe, ich konnte mich klar ausdrücken. *grübel* XD