Montag, 3. November 2014

Da ist es endlich

Gestern abgeholt, heute noch einige Kleinigkeiten dran gemacht, fotografiert und nun auch ins Netz gestellt:


Geschichtete Geschichte
Öl auf Leinen
100 x 80 cm
2014

Wenn ich von den zwei bis drei heutigen letzten Schichtlein an einigen Orten absehe, die dem Bild meines Erachtens dennoch den letzten Schliff gegeben haben *anmerk*, kann ich sagen, daß es schon seit nunmehr drei Monaten fertig ist. Insgesamt habe ich ungefähr ein halbes Jahr in dieses Bild investiert. Von der ersten Überlegung zum Thema zur langsam sich formenden Idee weiter zur Planung und Ausführung.
Wie ich schon des öfteren schrieb, war dieses Bild mein Beitrag zum Symposium "Entdecken - Weitergeben - Bewahren - Sagen und Geschichte des Havellandes". Und wie ich weiterhin ebenfalls schrieb, habe ich mich auf den Geschichtsteil konzentriert, da mich meine Idee von den Schichten der Erde, die Geschichte ergeben, sehr fasziniert hat. Auf solche doofe Ideen kommt man, wenn man für sein Leben gern mit den Hunden durch die Natur streift und allerlei Krimskrams findet. Ich habe eine Assoziationskette gebildet mit Begriffen, die alltäglich sind, und dennoch eine Geschichte darstellen (die Topflappen haben die Geschichte einer Topflappenausstellung zu DDR-Zeiten im Kulturzentrum - solche Anekdoten gehören ebenfalls dazu). Wer mich kennt, der weiß, daß ich die Magie des Alltäglichen und der Dinge äußerst spannend finde. Ganz popelige Sachen, denen man wenig bis gar keine Beachtung schenkt, da sie immer da sind, immer zur Hand, wenn man sie gerade braucht - was ich immer sehr schade finde. Denn betrachtet man diese, dann entführen sie einen in ihre ganz eigenen, kleinen Welten. Sie sind einst hergestellt worden. Entweder maschinell oder sogar noch von Hand. Da hat mal jemand sehr viel Gehirnschmalz und Arbeit investiert, damit diese Sachen entstehen. Das sollte man nicht einfach abtun, als wäre es nichts wert. Ein Wert entsteht immer, wenn man Gegenständen etc. einen Wert zumißt. Er kann mal mehr, mal weniger hoch sein, kann schwanken und von einem Ende zum anderen wandern, aber er bleibt in gewisser Weise. Denn selbst wenn der Gegenstand scheinbar vergessen ist, kann jemand vorbeikommen, ihn finden, ausgraben und z.B. für ein Bild benutzen. Und schon ist es wieder wertvoll.
Aber um jetzt nicht noch weiter ins Detail zu gehen und zu philosophieren - denn das könnte ich jetzt auch wieder fast endlos weiterführen (soviele Telefonthemen, so wenig Zeit XD), dieses Bild ist die Ausbeute meiner ganze eigenen Wanderung durch die Mark Brandenburg. Zeitlich rangieren meine Protagonisten von ca. 1700er über 1860 bis in die 1980er Jahre. Somit fast 200 Jahre. Finde ich eine gute Ausbeute.

Ich wurde öfter gefragt, ob ich dieses Stilleben vorher aufgebaut habe. Mehr mit dem Tenor, daß ich es doch mit Sicherheit vorher aufgebaut habe, weil das sonst gar nicht geht. Nein, habe ich nicht. Ich baue nie meine Stilleben auf und male sie dann. Ich füge die Gegenstände einzeln ein, nehme sie vorher in die Hand, schaue nach der für mich hübschesten Seite, dann wird es direkt auf der Leinwand arrangiert. Also auch ohne Skizze. Wenn ich alles angeordnet habe, räume ich oft noch um, tausche sie aus, eins hierhin eins dorthin, bis ich zufrieden bin. Dieser Prozeß kann einige Zeit dauern. Ich nehme mir Zeit dafür, muß mal das eine oder andere Nächtlein drüber schlafen, dann vorbeischlendern, ob es mir genehm ist. Es gibt dann den einen Punkt, an dem es paßt. Dann beginnen die Untermalungen usw. Immer schön von hinten nach vorne. Das heißt, die Schatten der Gegenstände sind angelegt, noch bevor die Gegenstände selbst gemalt sind. Ich nehme sie dann wieder einzeln in die Hand, wenn sie dran sind, drapiere sie so, wie sie sein müssen, und dann werden sie eben gemalt. Mit mehreren Schichten. Bis sie eben fertig sind. So läuft das bei mir ab.
Das einzige, das ich vorher aufgebaut habe, ist die Tischdecke, die als Hintergrund dient. Sprich: ein Karton auf einen Tisch, Decke rüber, ewig lange draufglotzen, in Gedanken speichern, skizzieren, Foto. Alles, was hilfreich ist. Wird sowieso meist eine noch ganz eigene Kreation. Selbst bei so profanen Dingen wie einer Tischdecke. Aber Falten sind schon eine Welt für sich. Ich hol mir durchaus auch noch mal die Tischdecke her und halte die mal eben, damit ich sehe, wie das ungefähr aussieht.

Und das ist jetzt eine Abhandlung geworden. Hatte ich gar nicht vor, aber ich konnte einfach nicht aufhören.

XD

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